Was ist die Deckungssumme?
Die Deckungssumme bezeichnet den maximalen Geldbetrag, den ein Versicherer im Schadensfall leistet. Übersteigt der tatsächliche Schaden diese Grenze, bleibt der Versicherte auf der Differenz sitzen und haftet dafür mit seinem eigenen Vermögen. Die Deckungssumme ist damit das Herzstück jeder Haftpflicht- und Sachversicherung und entscheidet, wie tragfähig der Schutz wirklich ist.
Man unterscheidet meist zwischen der Summe pro Schadensereignis und der Jahreshöchstleistung (Maximierung), die häufig auf das Zwei- oder Dreifache der Einzelsumme begrenzt ist. Bei Personen-, Sach- und Vermögensschäden können getrennte Beträge gelten.
Ein Beispiel: Bei einer privaten Haftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme von 10 Millionen Euro pauschal für Personen- und Sachschäden zahlt der Versicherer im schlimmsten Fall bis zu diesem Betrag. Verursachen Sie etwa einen Brand mit 12 Millionen Euro Schaden, müssen Sie die fehlenden 2 Millionen selbst tragen.
Rechtlich beruht die Leistungspflicht auf dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Bei bestimmten Pflichtversicherungen, etwa der Kfz-Haftpflicht, schreibt der Gesetzgeber Mindestdeckungssummen vor (Pflichtversicherungsgesetz, derzeit 7,5 Millionen Euro für Personenschäden).
Worauf achten
Wählen Sie die Deckungssumme nicht zu knapp: Personenschäden mit lebenslanger Rentenzahlung können schnell siebenstellige Beträge erreichen. Für die Privathaftpflicht gelten heute 10 bis 50 Millionen Euro pauschal als empfehlenswert, da der Mehrpreis gegenüber niedrigeren Summen gering ist.
Prüfen Sie, ob die Summe pauschal (ein Topf für alle Schadenarten) oder gesplittet gilt. Pauschal ist flexibler. Achten Sie außerdem auf die Jahresmaximierung und darauf, ob Vermögensschäden eingeschlossen sind. Eine zu niedrige Deckungssumme spart wenige Euro Beitrag, kann im Ernstfall aber Ihre wirtschaftliche Existenz kosten.