Glossar - Begriffe erklärt
Fachbegriffe aus Versicherung, Finanzen, Steuer und Vertragsrecht - kompakt definiert, mit Beispielen aus dem Alltag und Cross-Links zu unseren Rechnern und Vergleichen.
Versicherung
Abstrakte Verweisung
Berufsunfähigkeits-Klausel, mit der Versicherer Sie auf einen theoretisch ausübbaren Beruf verweisen können - fast immer ein Ausschlussgrund.
Alterungsrückstellung
Kapitalstock, den die private Krankenversicherung in jungen Jahren aus Ihren Beiträgen aufbaut, um die im Alter steigenden Gesundheitskosten abzufedern und Beitragssprünge zu dämpfen.
Beitragsbemessungsgrenze (BBG)
Einkommensgrenze, bis zu der Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung erhoben werden; oberhalb der Grenze steigen die Beiträge trotz höheren Einkommens nicht weiter an.
Deckungssumme
Die Deckungssumme ist der vertraglich festgelegte Höchstbetrag, bis zu dem eine Versicherung im Schadensfall pro Schaden oder pro Jahr zahlt.
GAP-Deckung
Zusatzbaustein der Kaskoversicherung, der bei Totalschaden oder Diebstahl geleaster oder finanzierter Fahrzeuge die Lücke zwischen Wiederbeschaffungswert und offenem Ablösebetrag schließt.
Gliedertaxe
Tabelle in der privaten Unfallversicherung, die jedem Körperteil und Sinnesorgan einen festen Invaliditätsprozentsatz zuordnet und damit die Höhe der Invaliditätsleistung bestimmt.
Jahresarbeitsentgeltgrenze
Brutto-Einkommensschwelle 2026 (77.400 €), ab der Angestellte aus der GKV-Pflicht heraus in die PKV wechseln dürfen.
Karenzzeit
Vereinbarter Zeitraum nach Eintritt des Versicherungsfalls, in dem trotz bestehenden Schutzes noch keine Leistung gezahlt wird, um die Prämie zu senken.
Mallorca-Klausel
Erweiterung der Kfz-Haftpflicht für Mietwagen im Ausland - hebt die Deckungssumme auf das Niveau der eigenen Police an.
Nachversicherungsgarantie
Die Nachversicherungsgarantie erlaubt es, die Versicherungssumme bei bestimmten Lebensereignissen ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen.
Obliegenheit
Eine Obliegenheit ist eine vertragliche Verhaltenspflicht des Versicherten, deren Verletzung den Versicherungsschutz ganz oder teilweise gefährden kann.
Progression (Unfallversicherung)
Die Progression erhöht in der privaten Unfallversicherung die Invaliditätsleistung überproportional, je schwerer der Invaliditätsgrad ausfällt.
Regionalklasse
Die Regionalklasse ist ein Tarifmerkmal der Kfz-Versicherung, das die Schadenbilanz deines Zulassungsbezirks abbildet und so den Beitrag mitbestimmt.
Schadenfreiheitsklasse
Einstufung in der Kfz-Versicherung, die schadenfreie Jahre belohnt - je höher die SF-Klasse, desto niedriger der Beitrag.
Selbstbeteiligung
Eigenanteil, den der Versicherte im Schadenfall pro Ereignis oder Jahr selbst trägt - senkt die Prämie, erhöht die Eigenbelastung.
Typklasse
Die Typklasse stuft jedes Auto-Modell nach seiner Schadenbilanz ein und beeinflusst als Tarifmerkmal die Höhe der Kfz-Versicherungsprämie.
Unterversicherung
Unterversicherung liegt vor, wenn die vereinbarte Versicherungssumme niedriger ist als der tatsächliche Wert der versicherten Sache, was im Schadenfall zu anteiliger Kürzung führt.
Wartezeit (Versicherung)
Die Wartezeit ist der Zeitraum nach Vertragsbeginn, in dem für bestimmte Leistungen trotz Beitragszahlung noch kein Anspruch besteht.
Geldanlage & ETF
Ausschüttung
Eine Ausschüttung ist die Auszahlung von Erträgen wie Zinsen, Dividenden oder Mieten aus einem Fonds, ETF oder Unternehmen an die Anleger oder Anteilseigner.
Cost-Average-Effekt
Der Cost-Average-Effekt beschreibt, wie regelmäßige gleich hohe Sparbeträge automatisch zu einem günstigeren Durchschnittspreis pro Fondsanteil führen können.
MSCI World
Der MSCI World ist ein weltweiter Aktienindex aus rund 1.400 bis 1.500 Unternehmen der 23 großen Industrieländer und bildet die Basis vieler ETF-Sparpläne.
Rebalancing
Rebalancing bezeichnet das regelmäßige Zurücksetzen eines Anlageportfolios auf die ursprünglich geplante Aufteilung zwischen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen.
TER (Gesamtkostenquote)
Total Expense Ratio - jährliche Verwaltungskosten eines ETFs oder Fonds in Prozent des Anlagevolumens.
Thesaurierung
Thesaurierung bezeichnet die automatische Wiederanlage von Erträgen wie Zinsen oder Dividenden im selben Fonds oder Vertrag, statt sie auszuschütten.
Tracking Difference
Die Tracking Difference beschreibt die tatsächliche Renditeabweichung eines ETF von seinem zugrunde liegenden Index über einen bestimmten Zeitraum.
Volatilität
Die Volatilität ist ein Maß für die Schwankungsbreite einer Geldanlage und gilt als zentrale Risikokennzahl an den Finanzmärkten.
Steuer
Abgeltungssteuer
Pauschale Quellensteuer von 25 Prozent auf private Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne, die Banken direkt ans Finanzamt abführen.
FIFO-Verfahren
"First in, first out" - die zuerst gekauften Wirtschaftsgüter gelten steuerlich als zuerst verkauft. Bestimmt bei Krypto Haltedauer und Anschaffungskosten.
Freigrenze
Betragsgrenze, bis zu der etwas steuerfrei bleibt - im Unterschied zum Freibetrag wird bei Überschreitung der KOMPLETTE Betrag steuerpflichtig, nicht nur der übersteigende Teil.
Grenzsteuersatz
Der Steuersatz, mit dem der zuletzt verdiente Euro besteuert wird - in Deutschland zwischen 14 % und 45 %. Maßgeblich für die Besteuerung zusätzlicher Einkünfte.
Günstigerprüfung
Die Günstigerprüfung ist die automatische Vergleichsrechnung des Finanzamts, die prüft, welche von zwei steuerlichen Varianten für Sie zur niedrigeren Steuer führt.
Halbeinkünfteverfahren (12/62-Regel)
Steuervorteil für Kapital-Lebens- und Rentenversicherungen: bei 12+ Jahren Laufzeit und Auszahlung nach 62 wird nur die Hälfte des Gewinns besteuert.
Kapitalertragsteuer
Die Kapitalertragsteuer ist die durch die Bank einbehaltene Erhebungsform der Steuer auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne.
Privates Veräußerungsgeschäft
Verkauf privater Wirtschaftsgüter (z.B. Krypto, Gold, vermietete Immobilien) innerhalb der Spekulationsfrist - der Gewinn wird mit dem persönlichen Steuersatz besteuert, nicht mit der Abgeltungssteuer.
Progressionsvorbehalt
Der Progressionsvorbehalt erhöht den Steuersatz auf das steuerpflichtige Einkommen, weil bestimmte steuerfreie Ersatzleistungen wie Arbeitslosen- oder Elterngeld den Tarif anheben.
Solidaritätszuschlag
Der Solidaritätszuschlag ist eine Ergänzungsabgabe von 5,5 Prozent auf die Einkommen-, Kapitalertrag- und Körperschaftsteuer, die seit 2021 für die meisten Privatpersonen entfällt.
Sparerpauschbetrag
Jährlicher Freibetrag auf Kapitalerträge - 2026: 1.000 € (Single) bzw. 2.000 € (Ehe).
Spekulationsfrist
Haltefrist, nach deren Ablauf der Gewinn aus dem Verkauf privater Wirtschaftsgüter steuerfrei ist - bei Krypto ein Jahr, bei vermieteten Immobilien zehn Jahre.
Teilfreistellung
Steuerliche Begünstigung bei Investmentfonds, durch die ein fester Prozentsatz der Erträge von der Abgeltungsteuer freigestellt wird – als Ausgleich für die Fondsbesteuerung seit 2018.
Vorabpauschale
Fiktive Mindestbesteuerung auf thesaurierende Fonds und ETFs - wird jährlich auch ohne Verkauf fällig.
Vertragsrecht
AGB-Kontrolle
Die AGB-Kontrolle ist die gesetzliche Inhaltsprüfung vorformulierter Vertragsklauseln (Allgemeine Geschäftsbedingungen), die unangemessen benachteiligende Bedingungen unwirksam macht.
Gewährleistung
Die gesetzliche Pflicht des Verkäufers, dafür einzustehen, dass eine gekaufte Sache bei Übergabe frei von Sach- und Rechtsmängeln ist.
Kündigungsfrist
Die Kündigungsfrist ist der Zeitraum, der zwischen dem Zugang einer Kündigung und dem rechtlichen Ende eines Vertrags eingehalten werden muss.
Sonderkündigungsrecht
Außerordentliches Kündigungsrecht, das den Vertrag vor Ablauf der Mindestlaufzeit beendet - meist bei Preiserhöhungen oder Schadensfällen.
Stillschweigende Vertragsverlängerung
Die stillschweigende Vertragsverlängerung ist die automatische Fortsetzung eines Vertrags ohne aktives Zutun, wenn nicht fristgerecht gekündigt wird.
Vertragsstrafe
Eine Vertragsstrafe ist eine im Vertrag vereinbarte Geldsumme, die eine Partei zahlen muss, wenn sie eine vertragliche Pflicht verletzt oder nicht erfüllt.
Rechtsbegriffe
Verzug & Verzugszinsen
Verzug bezeichnet die schuldhaft verspätete Zahlung oder Leistung; Verzugszinsen sind der gesetzliche Schadenersatz, den der Schuldner dem Gläubiger ab Verzugsbeginn schuldet.
Widerrufsrecht
14-Tage-Frist nach § 355 BGB, in der Verbraucher Verträge ohne Begründung rückabwickeln können - bei Fernabsatz und Haustürgeschäften.
Altersvorsorge
Betriebliche Altersvorsorge (bAV)
Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist eine vom Arbeitgeber organisierte Zusatzrente, die der Arbeitnehmer steuer- und sozialabgabenbegünstigt aufbaut.
Garantiezins (Höchstrechnungszins)
Der Garantiezins ist der maximale Zins, den Lebens- und Rentenversicherer auf den Sparanteil eines Vertrags garantieren dürfen.
Rentenfaktor
Der Rentenfaktor gibt an, wie viel monatliche Rente Sie je 10.000 Euro angespartem Kapital aus einer privaten Rentenversicherung erhalten.
Rentenniveau
Das Rentenniveau gibt an, wie hoch eine Standardrente nach 45 Beitragsjahren im Verhältnis zum Durchschnittsverdienst ausfällt - vor Steuern.
Rentenpunkte
Entgeltpunkte (EP) in der gesetzlichen Rente - entstehen durch versicherungspflichtige Beiträge und bestimmen die spätere Rentenhöhe.
Banking & Konto
Kredit & Finanzierung
Bonität & SCHUFA-Score
Die Bonität beschreibt die Kreditwürdigkeit einer Person; der SCHUFA-Score ist eine Kennzahl, die deren Zahlungsfähigkeit als Prozentwert ausdrückt.
Effektivzins
Gesamtkostensatz eines Kredits inklusive aller Gebühren - der einzig sinnvolle Vergleichswert (nicht der Sollzins).
Restschuldversicherung
Versicherung, die offene Kreditraten bei Tod, Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit übernimmt - oft überteuert und oft unnötig.
Sollzins
Der Sollzins ist der reine Nominalzins eines Darlehens ohne Nebenkosten und damit der unmittelbare Preis für das geliehene Kapital.
Sondertilgung
Zusätzliche Tilgungszahlung neben der vereinbarten Rate - beschleunigt Schuldentilgung und spart Zinsen.
Tilgungssatz
Der Tilgungssatz gibt an, welcher Prozentsatz der Darlehenssumme im ersten Jahr zur Rückzahlung des Kredits verwendet wird.
Vorfälligkeitsentschädigung
Die Vorfälligkeitsentschädigung ist eine Ausgleichszahlung an die Bank, wenn ein Darlehen mit fester Zinsbindung vorzeitig zurückgezahlt wird.
Zinsbindung
Die Zinsbindung ist der vertraglich festgelegte Zeitraum, in dem der Sollzins eines Darlehens unveränderlich bleibt - unabhängig von Marktschwankungen.
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