Versicherung

Gliedertaxe

Tabelle in der privaten Unfallversicherung, die jedem Körperteil und Sinnesorgan einen festen Invaliditätsprozentsatz zuordnet und damit die Höhe der Invaliditätsleistung bestimmt.

Auch bekannt als: Invaliditätstabelle, Invaliditätsgrade, Gliedmaßentaxe

Was ist die Gliedertaxe?

Die Gliedertaxe ist eine im Vertrag der privaten Unfallversicherung festgelegte Tabelle. Sie ordnet dem Verlust oder der vollständigen Funktionsunfähigkeit einzelner Körperteile und Sinnesorgane jeweils einen festen Invaliditätsgrad in Prozent zu. Dieser Prozentsatz ist die Grundlage für die Berechnung der Invaliditätsleistung. Verliert eine versicherte Person beispielsweise dauerhaft die Funktion eines Körperteils, multipliziert der Versicherer den Taxwert mit der vereinbarten Versicherungssumme.

Typische Werte

Übliche Sätze nach der Gliedertaxe sind etwa: ein Arm 70 Prozent, eine Hand 55 Prozent, ein Bein 70 Prozent, ein Fuß 40 Prozent, ein Auge 50 Prozent, das Gehör auf einem Ohr 30 Prozent und ein Daumen 20 Prozent. Bei teilweiser Beeinträchtigung wird der Prozentsatz anteilig angesetzt.

Zusammenspiel mit der Progression

Die reine Gliedertaxe legt nur den Invaliditätsgrad fest. Wie hoch die Auszahlung ausfällt, hängt zusätzlich von der vereinbarten Progression ab. Ein Rechenbeispiel: Bei einer Versicherungssumme von 100.000 Euro und dem Verlust einer Hand ergibt die Gliedertaxe 55 Prozent Invalidität. Ohne Progression werden 55.000 Euro fällig. Mit einer Progression von 350 Prozent kann die Leistung bei schweren Invaliditätsgraden deutlich überproportional ansteigen, weil hohe Prozentsätze stärker gewichtet werden.

Worauf achten

  • Vergleichen Sie die konkreten Taxwerte verschiedener Anbieter; eine verbesserte Gliedertaxe setzt einzelne Körperteile höher an und erhöht damit die Leistung.
  • Achten Sie auf den Daumen und einzelne Finger, da diese je nach Beruf existenziell und in günstigen Tarifen oft niedrig bewertet sind.
  • Kombinieren Sie eine hohe Grundsumme mit Progression, statt nur auf eine hohe Progression zu setzen.
  • Lassen Sie sich die genaue Definition von Vollinvalidität und die Mehrleistung bei vollständiger Invalidität zeigen, um spätere Streitfälle zu vermeiden.

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