Kredit & Finanzierung

Effektivzins

Gesamtkostensatz eines Kredits inklusive aller Gebühren — der einzig sinnvolle Vergleichswert (nicht der Sollzins).

Auch bekannt als: Effektiver Jahreszins, eff. p.a.

Was ist der Effektivzins?

Der Effektivzins (effektiver Jahreszins, eff. p.a.) ist die gesetzlich vorgeschriebene Kennzahl für die Gesamtkosten eines Kredits gemäß § 6 PAngV (Preisangabenverordnung). Er berücksichtigt neben dem Sollzins auch Bearbeitungsgebühren, Bereitstellungszinsen, Tilgungsmodalitäten und Auszahlungsdaten — und ist deshalb der einzige seriöse Vergleichswert.

Sollzins vs. Effektivzins

  • Sollzins (Nominalzins): nur der reine Zinssatz, ohne Nebenkosten
  • Effektivzins: Sollzins plus alle weiteren Kosten — typisch 0,5–2 %-Punkte höher
Marketing-Tarife mit "ab 1,99 % Sollzins" können effektiv 4–8 % bedeuten. Banken sind seit 2010 gesetzlich verpflichtet, den Effektivzins prominent anzugeben — Anbieter, die nur den Sollzins zeigen, gehen am Gesetz vorbei.

Werte 2026

  • Ratenkredit, gute Bonität (Schufa A): 3,5–5 % eff.
  • Ratenkredit, mittlere Bonität (Schufa C–E): 5–9 % eff.
  • Baufinanzierung, 10 J. Zinsbindung: 3,2–4,2 % eff.
  • Dispozins: 9–14 % eff.

Worauf achten

Bei einem 20.000-€-Ratenkredit über 60 Monate bedeutet 1 %-Punkt Effektivzins-Unterschied ca. 600 € Mehrkosten. Restschuldversicherungen werden oft nicht in den Effektivzins eingerechnet — separat dazu addieren.

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Redaktionell geprüft von der VertragLotse-Redaktion
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