Gehaltserhöhungs-Rechner

Wie wirkt sich eine Gehaltserhöhung auf dein Netto wirklich aus? Inkl. Steuerklasse + Bundesland.

Deine Eingaben

Netto-Plus pro Monat
107,13 €
54 % vom Brutto-Plus bleiben netto — typisch

Brutto-Plus vs. Netto-Plus pro Monat

Brutto-Plus200 €
Netto-Plus107 €
Differenz: 93 €
Aktuell (Brutto / Netto)
4.000,00 € / 2.614,83 €
Neu (Brutto / Netto)
4.200,00 € / 2.721,97 €

Hinweis: Die Berechnung ist eine Schätzung — Faktoren wie Kinder­frei­bet­räge, bAV oder einmalige Boni werden nicht berücksichtigt. Faustregel: Vom Brutto-Plus bleibt netto 50–60 %.

Was bedeutet das Ergebnis?

So liest du dein Ergebnis

< 50 € netto/Mon.
Symbol-Erhöhung
Reicht nicht einmal für den Inflationsausgleich. Verhandle nach — Argument: Reallohn-Sicherung ist keine Verhandlungsmasse, sondern Pflicht. Alternativ Sachbezüge fordern (Jobticket, 50-€-Karte, Kita-Zuschuss).
50–150 € netto/Mon.
Inflations­ausgleich + Mini-Plus
Solides Standardergebnis bei 4–5 % Brutto-Erhöhung. Vor allem: prüfen, ob ein Teil als bAV-Aufstockung mit AG-Zuschuss umgewandelt werden kann — da bleibt deutlich mehr netto übrig.
150–350 € netto/Mon.
Echte Reallohn-Steigerung
Sehr gutes Ergebnis. Jetzt die Erhöhung nicht im Lifestyle versickern lassen — automatisch in die Sparrate (ETF-Sparplan) umleiten, bevor sich die Ausgaben anpassen.
> 350 € netto/Mon.
Beförderung oder Job-Sprung
Häufiger Bereich nach Stellenwechsel oder Beförderung. Bemessungs­grenze in der RV/AV im Auge behalten — über 7.550 €/Mon. brutto springt deutlich mehr netto raus.
Behaltensquote (netto-Anteil vom Brutto-Plus) liegt typisch bei 50–60 %, in der Spitze über der RV-BBG bei bis zu 80 %.

Gehaltserhöhung — was bleibt netto?

Behaltensquote (Faustregel)
50–60 %
vom Brutto-Plus bleibt netto
Spitzensteuersatz
42 %
ab 68.481 € zvE/Jahr
Reichensteuer
45 %
ab 277.826 € zvE/Jahr
Inflation 2024–2026
~ 2 % p.a.
Realkaufkraft beachten
Tarifrunden Industrie 2025
~ 4–5 %
IGM, ÖTV-Schnitt
Empfohlene Forderung
Inflation + 2–3 %
für Reallohn-Steigerung

Beispielrechnung: 5 % Erhöhung bei 4.000 € Brutto

Bisheriges Brutto/Mon.4.000 €
Erhöhung+5 % (200 €)
SteuerklasseI (Single)
BundeslandNRW
Kinder0
Netto-Plus/Mon. (ca.)
~ 105 €
Behaltensquote ~ 52,5 %
Vom 200 € Brutto-Plus gehen rund 65 € zusätzliche Lohnsteuer (Grenzsteuersatz ~ 32 %) und ca. 40 € zusätzliche Sozialabgaben (RV+AV+KV+PV summiert auf ~ 20 %) ab. Übrig bleiben ca. 105 € Netto. Das sind real (nach 2 % Inflation) nur noch ~ 75 € Kaufkraft-Plus. Eine 5-%-Erhöhung wirkt damit netto wie eine 2,6-%-Erhöhung.
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Typische Fehler bei der Eingabe

  • Brutto-Plus mit Netto-Plus verwechseln
    Klassiker: „Ich krieg 200 € mehr" — Brutto. Netto sind das oft nur 100–120 €. Vor der Verhandlung Brutto-Netto durchrechnen und die Forderung als Netto-Ziel formulieren.
  • Sachbezüge ignorieren
    50 € Sachbezugskarte/Mon. (Edenred, Sodexo) = 600 €/Jahr netto. Eine vergleichbare Brutto-Erhöhung kostet AG ca. 720 € — Beschäftigter erhält netto aber nur ~ 320 €. Sachbezüge sind oft die fairere Verhandlung.
  • Bemessungs­grenzen-Sprung übersehen
    Wer über die BBG-RV (7.550 €/Mon. West) springt, behält in dem Bereich fast 100 % des zusätzlichen Brutto. Hier lohnt sich eine größere Forderung (5–8 %) doppelt — Tipp: durch geschicktes Timing in einem Schritt drüber, nicht knapp drunter.
  • Inflations­ausgleich als Erfolg verkaufen
    Bei 2,5 % Inflation und 3 % Erhöhung ist die reale Lohnsteigerung nur 0,5 %. Lass dich nicht mit Sätzen wie „mehr ist gerade nicht drin" zufriedenstellen — Inflations­ausgleich ist Pflicht­aufgabe des AG.

Warum bleibt von der Erhöhung so wenig netto übrig?

Die deutsche Lohnsteuer ist progressiv: Mit jedem zusätzlichen Euro Brutto steigt der Grenzsteuersatz. Bei einem mittleren Einkommen liegt der Grenzsteuersatz oft bei 35–42 % — plus ~ 20 % Sozialabgaben (bis zur Bemessungs­grenze) bleiben vom Brutto-Plus typisch nur 50–60 % netto.

Formel: Netto-Plus ≈ Brutto-Plus · (1 − Grenzsteuersatz − Sozial­abgaben­quote)

Worauf achten?

  • Sachleistungen statt Brutto: Jobticket, Sachbezug 50 €/Mon., Kita-Zuschuss — voll abzugsfähig beim AG, geringe Lohnsteuer­last beim AN.
  • bAV-Zuschuss vom AG: AG-Pflicht-Zuschuss von 15 % bei Entgelt­umwandlung — maximaler Hebel für Steueroptimierung.
  • Bonus-Auszahlung Q1: Bonus im Januar verteilt sich auf das ganze Jahr — Vorteil bei der Lohnsteuer­berechnung gegenüber einer Einmal­zahlung am Jahres­ende.
  • Sprung über Bemessungs­grenze: Wer über die RV-Grenze (7.550 € West / Mon.) springt, behält fast 100 % des Mehrbetrags — einer der größten Hebel für Top-Verdiener.
  • Inflation berücksichtigen: Ist die Erhöhung kleiner als die Inflation, sinkt deine Realkaufkraft — eine "Erhöhung" kann faktisch eine Gehaltskürzung sein.

Mehr aus der Verhandlung rausholen

  1. 1. Stundenlohn als Verhandlungsbasis: Argumentiere mit deinem effektiven Stundenlohn — nicht mit dem Bruttogehalt. Stundenlohn-Rechner
  2. 2. Brutto-Netto kennen: Bevor du eine Forderung stellst, weißt du, was wirklich auf dem Konto landet. Brutto-Netto-Rechner
  3. 3. Sozialabgaben-Last verstehen: Über den Bemessungs­grenzen lohnt sich Brutto deutlich mehr. Sozialabgaben-Rechner
  4. 4. Arbeitsvertrag prüfen lassen: Bonus­regelungen, Wettbewerbs­verbote und Lohn­dynamik­klauseln entscheiden über dein Verhandlungs­potenzial. Arbeitsvertrag analysieren →
Tipp: Manche Brutto-Erhöhungen unter 5 % bringen netto unter 250 €/Mon. — das ist oft weniger als ein neu verhandelter Sachbezug oder ein höherer bAV-Zuschuss. Verhandle das Gesamt­paket, nicht nur die Prozentzahl.

Häufige Fragen

Warum bleibt von einer 5-%-Erhöhung nur 2,5 % netto?
Wegen der Progression der Lohnsteuer + Sozialabgaben. In den meisten Einkommens­bereichen liegt der Grenzbelastungs­satz bei 40–55 % — d.h. von jedem zusätzlichen Brutto-Euro bleiben netto nur 45–60 Cent.
Wann ist eine Sachleistung besser als Brutto-Erhöhung?
Fast immer, wenn beide den gleichen AG-Aufwand verursachen. 50 € Sachbezug pro Monat = 600 € pro Jahr steuerfrei netto. Eine Brutto-Erhöhung um 600 € bringt netto nur ~ 300–360 €.
Lohnt sich Entgeltumwandlung in die bAV?
Mit AG-Zuschuss (mind. 15 %, oft 20–25 %) fast immer — du sparst Steuer + Sozialabgaben heute, im Alter wird die Auszahlung versteuert (oft mit niedrigerem Satz). Ohne AG-Zuschuss kann die nachgelagerte Beitrags­last in der KV der GKV ein Problem werden.
Wie verhandle ich am besten?
Mit harten Zahlen: Marktvergleich (z.B. kununu, gehalt.de), eigener Stundenlohn, konkrete Erfolge der letzten 12 Monate. Forderung 1–2 % über Inflation halten — ein Inflations­ausgleich ist Pflicht­aufgabe des AG, kein Verhandlungs­erfolg.
Was ist eine realistische Forderung bei 4.500 € Brutto?
Bei einem Inflationsausgleich von 2 % plus 2–3 % echtem Reallohn-Plus ist eine Forderung von 4–5 % (180–225 €/Mon. Brutto) marktüblich. Nach unten verhandeln auf 3 % ist meist die realistische Spanne — netto bringt das ca. 90–110 €.
Wann sollte ich Gehalts­verhandlung führen?
Klassisch nach einem erfolgreichen Projektabschluss, nach 12–18 Monaten im Unternehmen oder im Rahmen des jährlichen Mitarbeiter­gesprächs (oft Q1 oder Q4). Strategisch: vor der Budgetplanung des Vorgesetzten (typisch Oktober–Dezember).
Wie wirkt ein Stellenwechsel auf das Netto?
Faustregel: bei einem Stellenwechsel lassen sich 8–15 % Brutto-Plus durchsetzen — netto entspricht das 4–9 % Plus, also oft 200–400 €/Mon. mehr als ein interner Aufstieg. Aber: Probezeit, neue Sozialleistungen und Wegzeit-Risiko mit einrechnen.

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