Was sind Dispozinsen?
Dispozinsen sind die Sollzinsen, die eine Bank verlangt, wenn Sie Ihr Girokonto über das vorhandene Guthaben hinaus belasten. Möglich ist das nur bis zu einem vorher eingeräumten Limit, dem Dispositionskredit (Dispokredit). Dieser orientiert sich meist an den regelmäßigen Geldeingängen und liegt häufig beim Zwei- bis Dreifachen des monatlichen Nettoeinkommens.
Der Dispokredit ist eine flexible, formlose Kreditlinie: Sie können ihn jederzeit nutzen und ohne feste Rate zurückführen. Diese Bequemlichkeit hat ihren Preis. Dispozinsen gehören zu den teuersten Verbraucherkrediten und liegen oft im zweistelligen Prozentbereich pro Jahr, also deutlich über den Konditionen eines klassischen Ratenkredits. Die Zinsen fallen taggenau auf den jeweils in Anspruch genommenen Betrag an und werden meist quartalsweise dem Konto belastet.
Banken müssen den Sollzinssatz nach den Vorgaben zu Verbraucherdarlehen (Paragraf 491 ff. BGB) transparent ausweisen. Wer den Dispo über sechs Monate zu mindestens 75 Prozent ausschöpft, hat zudem Anspruch auf ein Beratungsgespräch nach Paragraf 504a BGB. Wird das vereinbarte Limit überschritten, gelten oft noch höhere Überziehungszinsen für die geduldete Überziehung.
Worauf achten
Ein Dispokredit ist für kurze Engpässe gedacht, nicht als Dauerfinanzierung. Wer dauerhaft im Minus steht, fährt mit einem Umschuldungskredit fast immer günstiger. Vergleichen Sie den effektiven Jahreszins, prüfen Sie die Höhe der Überziehungszinsen und behalten Sie die quartalsweise Belastung im Blick. Ein Wechsel zu einem Konto mit niedrigeren Dispozinsen oder das vollständige Ausgleichen des Kontos spart bares Geld. Lassen Sie sich das eingeräumte Limit anpassen, wenn es nicht zu Ihrer Lebenssituation passt.