Geldanlage & ETF

Rebalancing

Rebalancing bezeichnet das regelmäßige Zurücksetzen eines Anlageportfolios auf die ursprünglich geplante Aufteilung zwischen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen.

Auch bekannt als: Umschichtung, Portfolio-Rebalancing, Wiederanpassung, Zielgewichtung wiederherstellen

Was ist Rebalancing?

Rebalancing (deutsch: Umschichtung oder Wiederherstellung der Zielgewichtung) ist eine Methode aus der Geldanlage, mit der ein Portfolio wieder auf seine ursprünglich festgelegte Aufteilung gebracht wird. Wer zum Beispiel 70 Prozent in Aktien und 30 Prozent in Anleihen investiert hat, stellt fest, dass sich diese Aufteilung mit der Zeit verschiebt: Steigen die Aktien stark, machen sie vielleicht 80 Prozent aus, die Anleihen nur noch 20 Prozent. Damit steigt unbemerkt auch das Risiko des Depots.

Beim Rebalancing verkauft man Anteile der überproportional gewachsenen Anlageklasse und kauft mit dem Erlös die untergewichtete nach. Im Beispiel würden Aktien im Wert von 10 Prozentpunkten verkauft und Anleihen nachgekauft, bis wieder 70 zu 30 erreicht ist. Alternativ lässt sich die Zielgewichtung auch ohne Verkauf über neue Sparraten herstellen.

Wann und wie oft

Üblich sind zwei Ansätze: zeitbasiert (etwa einmal jährlich) oder schwellenbasiert (sobald eine Anlageklasse mehr als 5 Prozentpunkte vom Ziel abweicht). Beide vermeiden hektisches Handeln und sorgen für Disziplin, weil man antizyklisch verkauft, was teuer geworden ist, und kauft, was günstig ist.

Worauf achten

Rebalancing kann Steuern auslösen: Realisierte Kursgewinne unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer (Paragraf 20 EStG). Nutzen Sie deshalb möglichst den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person und verlagern Sie Anpassungen wenn möglich auf frische Sparbeiträge statt auf Verkäufe. Achten Sie zudem auf Transaktionskosten Ihres Brokers. Zu häufiges Umschichten frisst Rendite, zu seltenes lässt das Risiko unkontrolliert wachsen. Ein fester, schriftlich notierter Rhythmus schützt vor emotionalen Bauchentscheidungen.

Mehr zum Thema

Redaktionell geprüft von der VertragLotse-Redaktion
Zuletzt aktualisiert:
Sorgfältig recherchiert · Quellen verifiziert