Altersvorsorgedepot-Rechner
Ab dem 1. Januar 2027 löst das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente als staatlich gefördertes Vorsorgeprodukt ab - ohne Beitragsgarantie, dafür mit ETFs und einer Zulage von bis zu 540 € plus 300 € je Kind. Der Rechner zeigt dir, wie viel Förderung du bekommst, was am Ende im Depot liegt und wie viel netto pro Monat davon übrig bleibt - immer im direkten Vergleich zum ungeförderten ETF-Sparplan.
Deine Angaben
Das Altersvorsorgedepot startet am 1.1.2027. Der Rechner projiziert die Förderung nach heutiger Gesetzeslage auf deine gesamte Ansparzeit.
Einkommen & Steuer
Aus dem zu versteuernden Einkommen ergeben sich Steuervorteil (Günstigerprüfung) und die spätere Steuer auf die Auszahlung - beides mit dem echten Einkommensteuertarif gerechnet.
Woraus dein Endkapital besteht
- Eigenbeiträge66.600 € (23%)
- Zulagen19.980 € (7%)
- Steuererstattung7.326 € (3%)
- Wertzuwachs196.637 € (68%)
Ungefördertes Depot mit identischer Sparrate: 223.923 € - Unterschied +66.620 €.
Netto-Monatsrente im Vergleich
- Brutto-Auszahlung Altersvorsorgedepot
- 1.595 €
- Steuersatz im Ruhestand darauf
- 28.2 %
- davon aus dem Nebendepot (Steuererstattung)
- 148 €
- Auszahlungsdauer
- 18 Jahre (bis 85)
Deine Förderung pro Jahr
- Grundzulage50 % bis 360 €, 25 % bis 1.800 €
- 540,00 €
- Kinderzulage0 Kinder × bis 300 €
- 0,00 €
- Steuererstattungaus der Günstigerprüfung, über die Zulagen hinaus
- 198,00 €
- Förderung gesamt
- 738,00 €
Über die gesamte Ansparzeit: 19.980 € Zulagen + 7.326 € Steuererstattung auf 66.600 € Eigenbeitrag.
Förderquote
Auf jeden Euro, den du selbst einzahlst, legt der Staat 41 % drauf - Zulagen plus Steuererstattung. Bei Riester lag die Grundzulage bei 175 € im Jahr, hier sind bis zu 540,00 € plus 300,00 € je Kind möglich.
Kapitalentwicklung bis zum Rentenbeginn
- Eigenbeiträge
- Zulagen
- Wertzuwachs
Ab wann arbeitet der Staat mehr als du?
Blau: was du selbst eingezahlt hast. Grün: Zulagen plus Wertzuwachs. Der Schnittpunkt ist der Moment, ab dem Förderung und Rendite mehr zum Depot beitragen als deine eigenen Beiträge.
Was bedeutet das Ergebnis?
Lohnt sich das Altersvorsorgedepot für dich?
Altersvorsorgedepot 2027 - die Eckwerte
Beschlossen im pAV-Reformgesetz (Bundestag 27.03.2026, Bundesrat 08.05.2026), Start am 1.1.2027.
Beispiel: Familie, 2 Kinder, 300 € Eigenbeitrag im Jahr
Typische Fehler bei der Eingabe
- Riester-Logik auf das neue Produkt übertragenEs gibt keinen Mindesteigenbeitrag von 4 % des Vorjahresbruttos mehr und deshalb auch keine anteilige Zulagenkürzung. Die Förderung ist rein beitragsproportional: weniger einzahlen heißt weniger Zulage, aber nie eine Strafkürzung. Der Riester-Sockelbetrag von 60 € wird durch einen Mindestbeitrag von 120 € ersetzt.
- Über 1.800 € einzahlen und mehr Zulage erwartenOberhalb von 1.800 € steigt die Zulage nicht mehr - nur der Sonderausgabenabzug wirkt weiter (bis 3.000 €, ab 2030 bis 3.500 €). Einzahlen kannst du bis 6.840 € pro Vertrag, über zwei Verträge bis 13.680 €. Ob sich das lohnt, hängt allein am Steuersatz-Gefälle zwischen heute und Rente.
- Zulagen und Steuervorteil addierenDie Günstigerprüfung gibt dir entweder die Zulagen oder den höheren Steuervorteil - erstattet wird nur die Differenz. Wer beides voll addiert, überschätzt die Förderung deutlich. Der Rechner setzt genau diese Systematik um.
- Brutto-Endkapital mit Netto-Rente verwechselnDas Altersvorsorgedepot wird nachgelagert besteuert: Jeder Euro Auszahlung ist steuerpflichtiges Einkommen. Ein Endkapital von 200.000 € ist deshalb nicht mit 200.000 € aus einem privaten Depot vergleichbar, wo nur der Gewinnanteil mit 26,375 % belastet wird. Erst der Netto-Vergleich im Rechner ist ehrlich.
- Kosten als Nebensache behandelnDer gesetzliche Deckel liegt bei 1,0 % Effektivkosten pro Jahr - das ist eine Obergrenze, keine Zielmarke. Bei 35 Jahren Laufzeit kostet 1,0 % gegenüber 0,3 % rund ein Fünftel des Endkapitals. Vergleiche Anbieter, sobald die ersten Produkte 2027 auf dem Markt sind.
- Vorzeitig ans Geld wollenVor Beginn der Auszahlungsphase ist das Kapital gebunden. Bei förderschädlicher Kündigung müssen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden. Wer das Geld eventuell früher braucht, gehört in einen freien ETF-Sparplan - dafür gibt es den Sparrechner.
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ist das neue staatlich geförderte Vorsorgeprodukt in Deutschland. Es kommt aus dem Gesetz zur Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge (pAV-Reformgesetz), das der Bundestag am 27. März 2026 beschlossen und der Bundesrat am 8. Mai 2026 gebilligt hat. Ab dem 1. Januar 2027 können Sparerinnen und Sparer solche Depots abschließen; neue Riester-Verträge sind ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich.
Der entscheidende Unterschied zu Riester: Es gibt keine Beitragsgarantie. Genau diese Garantie hat Riester-Verträge in der Niedrigzinsphase in Anleihen gedrängt und die Rendite aufgefressen. Im Altersvorsorgedepot darf das Geld vollständig in Aktien-ETFs oder Fonds fließen - mit allen Chancen und dem Risiko zwischenzeitlicher Kursverluste. Wer Sicherheit will, kann alternativ geförderte Produkte mit 80 % oder 100 % Kapitalgarantie wählen.
Neu ist außerdem der Kreis der Berechtigten: Neben Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmern und Beamten sind erstmals auch Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende unmittelbar förderberechtigt - eine der größten Lücken des Riester-Systems ist damit geschlossen.
Wie die Förderung funktioniert
Die Förderung besteht aus zwei Bausteinen, die nebeneinander laufen: direkte Zulagen, die der Anbieter für dich beantragt und die direkt im Depot landen, und ein Sonderausgabenabzug in der Steuererklärung.
1. Zulagen
- Grundzulage gestaffelt: 50 % auf die ersten 360 € im Jahr (also bis 180 €), danach 25 % auf den Teil bis 1.800 € (weitere 360 €). Maximal sind das 540 € pro Jahr - über das Dreifache der Riester-Grundzulage von 175 €.
- Kinderzulage: 300 € pro kindergeldberechtigtem Kind und Jahr, gezahlt als 1 € Zulage je selbst eingezahltem Euro. Die volle Kinderzulage ist damit schon bei 25 € im Monat ausgereizt. Anders als bei Riester spielt das Geburtsjahr des Kindes keine Rolle mehr.
- Berufseinsteiger-Bonus: einmalig 200 € bei Vertragsabschluss vor dem 25. Geburtstag.
2. Sonderausgabenabzug und Günstigerprüfung
Eigenbeiträge bis 3.000 € im Jahr (ab 2030: 3.500 €) lassen sich zuzüglich der Zulagen als Sonderausgaben absetzen. Das Finanzamt prüft automatisch, ob die Steuerersparnis höher ist als die Zulagen - die Günstigerprüfung. Ist sie höher, wird nur die Differenz zusätzlich erstattet. Beide Vorteile werden also nicht addiert, sondern gegeneinander verrechnet.
Daraus folgt eine simple Faustregel: Zulagen wirken bei kleinen Einkommen und Familien am stärksten, der Steuervorteil bei hohen Einkommen. Wer viel verdient und keine Kinder hat, holt den Großteil der Förderung über die Steuererklärung.
Einzahlen: Grenzen, die du kennen musst
Drei Schwellen bestimmen, wie viel Sinn welcher Beitrag ergibt:
- 120 € pro Jahr - Mindestbeitrag, also 10 € im Monat.
- 1.800 € pro Jahr - hier ist die Zulage ausgereizt. Jeder weitere Euro bringt nur noch den Steuereffekt.
- 6.840 € pro Jahr und Vertrag (570 € im Monat) - mehr nimmt ein Vertrag nicht an. Mit zwei geförderten Verträgen sind bis zu 13.680 € im Jahr möglich, die Zulagengrenze von 1.800 € gilt aber personenbezogen und verdoppelt sich nicht.
Auszahlung und Besteuerung
Die Auszahlungsphase beginnt frühestens mit 65 - beziehungsweise mit dem Bezug der gesetzlichen Altersrente - und muss spätestens mit 70 starten. Du hast die Wahl zwischen einer lebenslangen Leibrente und einem Auszahlplan bis mindestens zum 85. Lebensjahr, bei dem anders als bei Riester keine Pflicht zur Restverrentung besteht. Zu Beginn kannst du bis zu 30 % des Guthabens als Teilkapital entnehmen.
Steuerlich gilt die nachgelagerte Besteuerung: In der Ansparphase bleiben Zulagen und geförderte Beiträge steuerfrei, dafür ist in der Auszahlungsphase jeder Euro mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Das ist kein Nachteil, solange der Steuersatz im Ruhestand unter dem der Erwerbsphase liegt - genau darauf zielt das Modell. Die Teilkapital-Auszahlung trifft allerdings in einem einzigen Jahr auf den Tarif und kann die Progression spürbar hochziehen.
Ein Nebeneffekt, der oft übersehen wird: Im ungeförderten Depot zahlst du Abgeltungssteuer von 26,375 % nur auf den Gewinn, dafür ohne Aufschub. Im Altersvorsorgedepot ist die gesamte Auszahlung steuerpflichtig, dafür wächst das Kapital jahrzehntelang unbelastet - keine Vorabpauschale, keine Zwischenbesteuerung beim Umschichten. Welcher Effekt überwiegt, hängt vom Einzelfall ab. Deshalb rechnet dieser Rechner beide Wege bis zur Netto-Monatsrente durch.
Altersvorsorgedepot, Riester oder freies ETF-Depot?
| Merkmal | Altersvorsorgedepot (ab 2027) | Riester (Bestand) | Freies ETF-Depot |
|---|---|---|---|
| Staatliche Zulage | bis 540 € + 300 € je Kind | 175 € + 300 € je Kind (ab 2008) | keine |
| Beitragsgarantie | nein (optional 80/100 % möglich) | ja, 100 % - drückt die Rendite | nein |
| Anlage in Aktien-ETFs | vollständig möglich | nur eingeschränkt | frei |
| Kosten | Effektivkosten max. 1,0 % p.a. | oft 1-2 % p.a. + Abschlusskosten | 0-0,3 % p.a. je nach Broker |
| Mindestbeitrag für volle Förderung | keine 4-%-Regel, rein proportional | 4 % des Vorjahresbruttos, sonst Kürzung | entfällt |
| Selbstständige | förderberechtigt | nur mittelbar über Ehepartner | jeder |
| Verfügbarkeit vor Rente | nein (förderschädliche Kündigung) | nein | jederzeit |
| Besteuerung Auszahlung | nachgelagert, voll steuerpflichtig | nachgelagert, voll steuerpflichtig | 26,375 % auf Gewinne, 30 % Teilfreistellung |
| Auszahlformen | Leibrente oder Auszahlplan bis 85, bis 30 % Teilkapital | Leibrente, 30 % Teilkapital, Restverrentung ab 85 | frei |
Für wen lohnt sich das Altersvorsorgedepot?
- Familien mit Kindern: Die 1:1-Kinderzulage ist der stärkste Hebel im ganzen System. Zwei Kinder bringen 600 € Zulage auf 300 € Eigenbeitrag - eine Förderquote, die keine Marktrendite ersetzt.
- Junge Berufseinsteiger: 200 € Startbonus plus 40 Jahre Zinseszins ohne Zwischenbesteuerung. Wer mit 25 anfängt, hat rund zehn Jahre mehr Wachstum als der Durchschnitt.
- Selbstständige und Freiberufler: erstmals unmittelbar förderberechtigt - für viele die einzige geförderte Alternative neben der Basisrente.
- Gutverdiener mit hoher Progression: Der Sonderausgabenabzug bis 3.000 € wirkt mit dem Grenzsteuersatz - bei 42 % sind das bis zu 1.260 € Steuerersparnis im Jahr, denen im Ruhestand oft ein niedrigerer Satz gegenübersteht.
Weniger geeignet ist das Depot, wenn du das Geld vor 65 brauchen könntest, wenn dein Steuersatz im Ruhestand voraussichtlich genauso hoch ist wie heute, oder wenn du die Sparrate ohnehin nur kurz durchhältst. Die Bindung bis zur Rente ist der Preis für die Förderung.
Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?
Bestehende Riester-Verträge laufen unverändert weiter und werden nicht automatisch gekündigt oder umgestellt - es gilt Bestandsschutz. Neu abschließen kann man Riester allerdings nur noch bis Ende 2026. Ein Wechsel ins Altersvorsorgedepot durch Übertragung des Guthabens ist vorgesehen, gilt aber praktisch als Einbahnstraße: zurück geht es nicht.
Bevor du wechselst, lohnt der genaue Blick in den Altvertrag: Garantiezins, Rentenfaktor, bereits gezahlte Abschlusskosten und Stornoabschläge entscheiden, ob sich der Wechsel rechnet. Ein Altvertrag mit hohem Garantiezins aus den 2000er-Jahren ist oft wertvoller als er aussieht. Unsere KI-Vertragsanalyse liest genau diese Klauseln aus deinem PDF heraus.
Rechtsstand und was noch offen ist
Das pAV-Reformgesetz ist beschlossen, das Produkt startet aber erst am 1.1.2027. Noch nicht abschließend geklärt sind unter anderem die Detailregelungen aus dem BMF-Anwendungsschreiben, das Übertragungsverfahren aus Riester-Verträgen, die Ausgestaltung der Wohnimmobilien-Verwendung sowie die tatsächliche Produkt- und Kostenlandschaft der Anbieter.
Ältere Artikel und Rechner nennen teilweise noch die Zahlen des Referentenentwurfs von 2024 - damals waren eine feste Zulage von 20 Cent je Euro auf bis zu 3.000 € Eigenbeitrag und eine Bonuszulage für Geringverdiener vorgesehen. Der Finanzausschuss hat das im März 2026 durch die heutige prozentuale Staffel ersetzt. Wenn du also irgendwo „20 Cent je Euro" liest: veraltet.
So gehst du jetzt konkret vor
- 1Versorgungslücke bestimmenBevor du eine Sparrate festlegst, solltest du wissen, wie groß die Lücke zwischen gesetzlicher Rente und Wunsch-Budget ist. Rentenlücke berechnen →
- 2Gesetzliche Rente realistisch schätzenEntgeltpunkte und aktueller Rentenwert ergeben die Basis, auf der alles andere aufbaut. Renten-Rechner öffnen →
- 3Mit dem alten System vergleichenWer noch einen Riester-Vertrag hat oder 2026 einen abschließen könnte, sollte beide Förderwege nebeneinanderlegen. Riester-Rechner →
- 4Ungeförderte Alternative durchrechnenEin freier ETF-Sparplan bleibt flexibel. Zinseszins- und Monte-Carlo-Rechner zeigen Erwartungswert und Bandbreite. Monte-Carlo-Simulation →
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- 6Bestehenden Vertrag prüfen lassenRiester-, Renten- und Lebensversicherungsverträge stecken voller Kosten- und Kündigungsklauseln. Unsere KI liest sie in rund 60 Sekunden aus. Vertrag analysieren →
Häufige Fragen
Ab wann gibt es das Altersvorsorgedepot?
Wie hoch ist die staatliche Zulage genau?
Wie viel muss ich einzahlen, um die volle Förderung zu bekommen?
Wie viel kann ich maximal einzahlen?
Kann ich wirklich in ETFs investieren?
Was kostet das Altersvorsorgedepot?
Wann und wie wird ausgezahlt?
Wie wird die Auszahlung besteuert?
Sind Selbstständige förderberechtigt?
Was passiert mit meinem Riester-Vertrag?
Komme ich vorzeitig an das Geld?
Lohnt sich das Depot auch ohne Kinder?
Warum lese ich anderswo von 20 Cent Zulage je Euro?
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